Kameradschaft ERH D-BL im DBwV e. V.

Ehemalige besuchen Busschule in Wuppertal

Wuppertal. Das kleine rote Dreieck auf einigen Schildern von Bushaltestellen hat bestimmt noch kaum jemand, der mit dem Bus fährt, überhaupt wahrgenommen. Ganz zu schweigen davon, dass er dessen Bedeutung kennt. Und doch hat schon mancher Autofahrer seine Bedeutung zu spüren bekommen. Nämlich dann, wenn er hinter einem haltenden Bus warten musste. Wenn am Bus dann das gelbe Warnblinklicht aufleuchtete, hieß dass für alle Beteiligten VORSICHT! Von hinten kommende Autos dürfen mit Schritttempo vorbeifahren, der Gegenverkehr darf nicht überholen. Das wie bei einer Pyramide mit der Spitze nach oben zeigende Dreieck war nämlich für den Busfahrer das Signal, hier beim Halten das Warnblinklicht einzuschalten.

Diese und andere Spezialitäten beim Busfahren erhielten die Teilnehmer unserer Kamerad-schaft bei der Busschule der Wuppertaler Stadtwerke vermittelt. Silvia Schmid, die in Sachen Busschule auf eine lange Erfahrung zurückblicken kann, hatte aber noch mehr zu bieten. So sprach sie zunächst das richtige Verhalten nach dem Einsteigen an. So sollte man sich unmittelbar einen nahen Sitzplatz suchen und nicht den, den man „immer“ oder bevorzugt nutzt. Das mindeste ist ein sicherer Halt auch im Stehen. Dazu sei man als Fahrgast verpflichtet. Immerhin gehe man mit dem Einsteigen einen Beförderungsvertrag ein, der dazu verpflichte. Fahrer und Fahrerin seien nur für einen sicheren Transport zuständig – und natürlich für Ordnung im Bus. Im Rahmen des Hausrechtes können sie widerspenstige und uneinsichtige Personen bei Fehlverhalten auch aus dem Bus weisen oder die Weiterfahrt einstellen.

Aber so etwas komme eher selten vor. Dennoch – so beklagte die gelernte Busfahrerin - sei in den letzten Jahren der Respekt um Umgang miteinander zurück-gegangen. Sie entscheide pragmatisch und situationsbe-zogen, ob und wie sie einschreite.

Neu für die Nutzer des ÖPNV war sicher auch, wie leicht sich im Falle von Gefahr die Türen eines Busses öffnen lassen – mit dem kleinen Finger nämlich. Dazu muss nur ein kleiner gelber Knopf an der Tür gedrückt werden.

Schmid räumte auch auf mit dem weit verbreiteten Irrtum, es gebe reservierte Plätze, etwa für Behinderte. Das gelte so auch für Rollatoren, Kinderwagen und Trolleys von Postbediensteten. Letztere stünden zudem am Ende der Prioritätsliste. Vorrang genießen lediglich Rollstuhlfahrer, bei denen auch der Fahrer durch Bedienung der eingebauten Rampe Hilfestellung leiste.

Verstärkung erhielt Schmid durch Polizeihauptkommissar Holger Brunner immer dann, wenn der öffentliche Raum betroffen war wie etwa beim Warten an Haltestellen, Besteigen oder Verlassen des Busses. Schon bei Anfahrt des Busses an die Haltestelle sei Vorsicht geboten vor den großen Spiegeln, die in den Bürgersteig hineinragten.
Gemeinsam wiesen Schmid und Brunner auch auf die eingeschränkte Sicht des Fahrers speziell nach vorn und hinten hin. Daran solle man sich erinnern, falls einem mal die Handtasche oder das Handy aus der Hand fallen.

Ausgiebig üben konnten die Teilnehmer auch die Handhabung von Rollatoren beim Ein- und Aussteigen. Gewusst wie – schon ist man für diesen Fall gut gerüstet. Für die rüstigen Senioren unserer Kameradschaft liegen solche Fälle allerdings noch in weiter Ferne.

 

Für die Teilnehmer an der Busschule war es dank des engagierten und informativen Vortrags von Frau Schmid ein sehr kurzweiliger Tag. Zum Mittagessen fuhr sie die Gruppe in die Zentrale nach Barmen, wo im VIP-Raum der Werks-Kantine von den Stadtwerken ein Mittagessen spendiert wurde.

Die Rückfahrt führte dann auf einer engen bergan führenden Strecke auch vorbei an einer Haltestelle, die mit dem roten Dreieck gekennzeichnet war.

Zum Abschluss überreichte Schmid zusammen mit ihrem Schulungskollegen Brunner jedem Teilnehmer einen Präsentbeutel mit Informationen zu Wuppertal und seinen Verkehrsbetrieben. Jeder Teilnehmer konnte dabei wählen zwischen einem Taschenschirm gegen den Bergischen Regen oder einem Trinkbecher, aus dem man im Notfall den Regen auch trinken kann.

Den Dank der Kameradschaft sprach Vorstandsmitglied Johann Schacherl aus, der auch den Besuch organisiert hatte.  – as –

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Letzte Bearbeitung erfolgte am 21/08/2018 um 06:57.
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